| Der mächtige Döner-Roboter |
Und doch wird einem beim Besuch bald bewusst: Hinter dem beliebten Fastfood steckt eine florierende Industrie. Auf der Döga stellen sich nicht nur Fleisch-, Brot- und Käseproduzenten („die vegetarische Alternative“) vor. Von Kühlsystem- und Dönerdrehmotor-Herstellern über Sicherheits- und Arbeitskleidungs-Dienstleister bis zu Netzwerkadministratoren und Daimler-Benz hat scheinbar jede Branche einen Stand, die irgendwie mit der Döner-Produktion zu tun hat. Doch dafür interessiert sich die Mehrzahl der Gäste am Messe-Sonntag nur am Rande.
| Kostenlos? Nichts wie rein! |
Denn die Besucher der Döga dürfen nicht nur einen Blick auf die neuesten Schneide-Maschinen, Dreh-Motoren und Würzmischungen werfen – vor allem dürfen sie kosten. Im oberen Stockwerk des alten Berliner Postbahnhofs präsentieren sich die Dönerlieferanten, -Lokale und -Imbisse und laden zur Kostprobe ein. Die besteht bei den wenigsten aus einer kleinen Plastikschale mit ein bisschen Fleisch, Salat und Soße. In aller Regel gibt es direkt das komplette Döner-Brot „mit allem“ auf die Hand.
Der Höhepunkt ist für 14 Uhr angesetzt. Döner-Wettessen. Die wiederholten Aufrufe und Überredungsversuche der Döner-Damen am Stand machen einen fast verzweifelten Eindruck. Weit gefehlt: Am Ende werden zwischen 18 und 20 Teilnehmer ausgelost – so genau nimmt man es hier nicht. Die „Hauptsache“: Ich bin dabei.
| Fight until you can't! |
Und so wird gestopft. In der ersten von zwei Gruppen hat jeder der zehn Teilnehmer fünf Dönerbrote vor sich liegen. Schlicht und gut: weiches Brot, knuspriges Fleisch, viel Grünzeug, eine Tomate. Immer rein damit. Geht ja ganz gut. Der erste Döner ist fast weg. An den Typen zwei Tische weiter komme ich schon jetzt nicht mehr ran – kaut der überhaupt? Egal. Mein Ziel habe ich mir selbst gesetzt: Zwei Döner müssen es schon sein in den 20 Minuten.
Es scheitert gar nicht mal so sehr am Magen. Okay, der ist enorm gebläht. Viel mehr wäre da nicht gegangen, ohne... egal. Das fiese an der Döner-Schlacht ist das Brot, das am Ende einer jeden Portion ohne Beilage verputzt werden muss und im Mund immer größer und größer wird.
| Der Herr oben links hat gut lachen. Nur warum? |
Zwanzig Minuten. Ende. Drei (bis auf die herunter genaschten Tomaten) unangetastete Döner liegen vor mir. Ich sehne mich nach einem Verdauungsschlaf und verlasse die Döga. Mit einem guten Gefühl (außer im Bauch) nach dem Erfolgserlebnis (hey, ich war nicht der Langsamste!). Und mit vollen Taschen.
| Sieg - doch um welchen Preis? |
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